Saó Miguel – Tag 5

1 Std. 15 Min.

Thermalquellen

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Gezeitentafel

2,5 Std.

Sehr geehrte Damen und Herren, ich darf sie zu Tag 5 in diesem kleinen Blog begrüßen.

Heute, eigentlich gestern, war Mal richtig gut! Und aufregend. Und gefährlich. Oioioi!

Aber fangen wir am Anfang an. Nach einem Todesähnlichen Schläfchen sind wir gegen halb acht aufgestanden, ha en höchst erfreuliche Nachrichten bekommen (das Frühstück ist im Preis inbegriffen), haben uns etwas voll gestopft und ab ging’s zu einem 8 km Wanderweg bergauf und ab!

Wir fuhren los, kamen an den heißen Quellen an (ca 9.45) und sahen…. Niemanden. Nur einige Schwefelwolken über blubbernden Wasser- Schleimmischtümpeln. Das Dorf war völlig ausgestorben, Cadeiras schlief noch. OK. Egal, Sachen eingepackt und los gings. Direkt am Anfang des Trails standen eine Gruppe Bänke und….. Etwas qualmte im Boden. Wir sind zwar dumm geboren, aber fähig dazuzulernen, das was da kochte war das bekannteste Gericht der Region: Cozido!

Man schnippelt gemüse und große Stücke Fleisch in einen Topf, vergräbt den an einer heißen Quelle und rumms nach 6 bis 7 Stunden….. Haste lecker Futter. Großartig. Aber wir waren ja nicht zum Spaß hier. Auf die Socken und weiter zu einem alten Damm. Steil bergauf. Die Luft war angenehm kühl, die Sonne hatte trotzdem Kraft. Egal, es lohnte sich! Der Ausblick über die Insel ist atemberaubend. Die Bilder geben das kaum wieder! Gut… Unter Umständen sind wir dann irgendwann einem falschen Trail gefolgt, weil der Weg zum Damm gesperrt war, aber das ist Nebensache… War trotzdem schön da oben. Kleines Päuschen, paar wilde Brombeeren und ab Richtung richtigem Weg.

Hier kommt das faszinierendsten zum Tragen: Die Landschaft verändert sich in wenigen Schritten komplett! Hi h zum Damm wars wie im Allgäu nur mit Meerblick runter auf dem Hauptteil sah es aus, als würden wir durch felsige Dschungelschluchten laufen.

Links und rechts Höhe moosbewachsene Hänge, lauter Vogelgezwitscher, erdige aber extrem frische, kühle Luft. Alle paar Meter könnte man Pilze riechen….herrlich. Und eine Sonnenpause fand ich auch ganz gut.

Dann ging es tiefer in den Wald. Auf die Suche nach einem alten Kraftwerk. Die Umgebung änderte sich wieder komplett, viele Zedern und Kiefern dazwischen alles dicht mit Blumen bewachsen, toll!

Der Abstieg war zwar steil, aber ich bin nicht nach unten gepurzelt, sondern tatsächlich kontrolliert bergab gewandelt wie eine grazile Gazelle. Zu diesem Zeitpunkt hatte ich grob geschätzt etwa die hälfte meines Gewichtes in Wasser verloren und selbst Rene hatte wohl eine Schweißperle in den buschigen Augenbrauen versteckt. Was soll ich sagen? Es hat sich gelohnt. Das alte Kraftwerk war wirklich das Highlight des Wegs (dachte ich).

Aber hier ging’s erst richtig los! Man folgte dem alten Rohr weiter ins Tal. Teilweise auf einmal schmalen Pfad neben dem Rohr und ganz oft auf einer Gitterbrücke auf dem Rohr. Entschuldige bitte! Wie cool ist das denn? Neben uns plätscherte ein Bach Richtung eines Wasserfalls und auf einmal war der Boden irgendwie weg. Neben uns Fels, auf der anderen Seite 40 Meter Schlucht und unter uns eine Gitterbrücke auf einem Rohr. Alter verwalter war das gut. Schöner bin ich wohl noch nie gewandert.

Dann kam….. DIE TREPPE!

40 Meter runter, steile Stufen Mini Mini Mini Stufen. Abenteuerlich. Aber machbar und auch das hat sich gelohnt. Unten war ein aktives Wasserkraftwerk. Der Bach mündete in einen Wasserfall in dessen Bassin man baden konnte. Zu geil!

Hier haben wir kurz pausiert und dann ging’s weiter. Hier kam der Haken. Treppe 40 Meter runter bedeutet… Ja was wohl….. Genau das hab ich auch gedacht. Uff!

Es war anstrengend und da es hier über Asphaltstraßen ging auch nicht mehr so schön. Aber trotzdem gut. Schöne Wege, viele Tiere und… Ganz am Schluss haben wir sogar bemerkt, dass es Wegweiser gibt…

Naja… Hat uns dann auch nix mehr gebracht. Wir sind nach einem letzten Gewaltmarsch heil angekommen und.., überall…. Wirklich ÜBERALL standen Autos (ihr erinnert euch, Regeln sind hier eher grobe Richtlinien). Die Cafés waren voll, busladungen an Touristas wurden rangekarrt. Uff… Nix wie weg. Ab nach Furmas zu den berühmten heißen Quellen und den authentischen Cozidos!

Ja…. Furmas ist so ein Kurort hier. Überall heiße Quellen und dementsprechend überall Leute. Völlig überlaufen. Das empfohlene Cozido Restaurant völlig ausgebucht und die heißen Quellen wieder Menschensuppe. Hier sehr eisenhaltig und braun. Und voller Kinder. Zusammenhänge von Farbe und kleinen Kindern entspringen alleine eurer Fantasie!

Aber zuerst die gute Nachricht: wir haben noch Cozido bekommen. Die schlechten Nachricht: da ist Blutwurst drin. Die gute Nachricht: das ist egal. Der Kram schmeckt 1a! Genau mein essen. Herr Christian würde sich da auch reinsetzen! So ein guter Eintopf!

Frisch gestärkt haben wir dann entschieden noch einen besonderen kleinen Trail zu gehen, von man 4 alte verfallene Fabriken sieht. Nix wie hin da….

Als erfahrene Trailisten machten wir uns für den Abstieg bereit. Der Pfad war breit genug für Autos, aber mit einem Stahlseil würde die Durchfahrt verhindert. Also parken und los.

Am Anfang Friede Freude Eierkuchen, es ging zu einem Staubecken, wirklich schön. Aber danach ging’s los… Eine steile Treppe, zugewuchert… Das Seil-Geländer abgerissen… Und dieser Trail sollte leicht sein! Leicht!

Nach der Treppe ging’s an umgestürzten unheilvoll knarrende Bäumen vorbei…da war die erste Fabrik, richtig schön aber der Trail irritierte mich doch, besonders als wir die Website checkten und da stand der Trail ist vorübergehend geschlossen…. Das Stahlseil war ne generelle Absperrung… Nicht nur für Autos!

Wir hatten die Wahl das schrecklich unwegsamen Gelände zurück oder vor und hoffen dass der in etwa 300 Meter angezeigte sehr breite gut ausgebaute Weg noch existierte….

Spoiler: tat er…. Vielleicht!

Nach dem wir unter Bäumen durch oder drüber geklettert waren, einen harten Kampf mit einem unfreundlichen Dornbusch gefochten hatten…. Kam ein Abbruch. Dahinter ein fetter Baum aufm Weg. Ende…. Also den ganzen Weg zurück. Der Dornenbusch lauerte schon auf Revanche. Die sollte er haben. Kratzer waren uns egal! Hauptsache zurück.

Haben wir geschafft. Rene war etwas angeschwitzt…ich war scheißgebadet!

Ab zum Strand. Füße ins Wasser…. Abkühlen. Kiesstrand war mir aber nix. Ich wollte duschen duschen duschen ! Das war so notwendig.

Wir haben uns dann Zuhause fertig gemacht, sind auf einen Abstecher nach Nordeste. Nach dem Abstecher wars leider stockduster und in den kleinen Städten hier sind um 9 die Bürgersteige komplett hochgeklappt (die meiste Action in Nordeste waren 3 Leute an ner Pommesbude).

Zurück zu stockduster. Die engen kleinen Bergstraßen sind bei Tag super, nachts aber eher….nicht. Wir waren froh ne Autobahn nach Hause zu finden.

Dann Leihwagen abgeben, ab nach Ponta Delgada. Dort am Pier in der Bar do pie noch 2 bis 3 Cocktails getrunken…. Nach Hause und schlaaaaaaaaafen.

Das war anstrengend heute. Aber gut.

Dies schrieb ich im Schweiße meines Angesichts.

2 Gedanken zu “Saó Miguel – Tag 5

  1. Klingt ja alles gut und die Bilder sind auch schön, aber nach soviel schwitzen, wie sieht es mit deinen Shirts aus? Jetzt heißt es waschen oder neue kaufen😂 Weiterhin viel Spaß und so schöne Blogs

    • Sie werden tatsächlich knapp! Ich hab viele mitgenommen. 5 sind noch sauber. Bald haben wir ein Appartement mit Waschmaschine 😅

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